Polo-Basics

Generelles zu den Regeln im Polosport

Weltweit unterscheiden wir derzeit 4 unterschiedliche Regelwerke:
> das der Hurlingham Polo Association – dem englischen Poloverband.
Dieses Regelwerk wurde auch vom Deutschen Poloverband über übernommen und ist in fast allen europäischen Ländern etabliert.
> das Argentinische Regelwerk, was sich zusehends von den Hurlingham Regeln entfernt
> das Regelwerk der United States Polo Association
> das der FIP – des Poloweltverbandes: Eine Art Kompromiss aus den anderen Regelwerken.
Hiernach werden die von der FIP ausgetragenen Meisterschaften gespielt, so die Europa- und Weltmeisterschaft.

Den nachfolgenden Erläuterungen haben wir die Hurlingham Regeln zugrunde gelegt.


Das Team

Eine Polomannschaft besteht aus vier Spielern. Die Spieler auf den Positionen 1 und 2 konzentrieren sich vor allem auf den Angriff, die Spieler auf den Positionen 3 und 4 übernehmen hauptsächlich Verteidigungsaufgaben und versuchen den Angriff von hinten aufzubauen und zu unterstützen. Es gibt keinen Torwart. Der beste Spieler des Teams spielt meist auf der Position drei.

Das Handicap
Jeder Spieler besitzt – ähnlich wie im Golf – ein individuelles Handicap. Dieses wird in der Bundesrepublik von einer Kommission des deutschen Poloverbandes (DPV) festgesetzt. Die Handicapeinstufung reicht von -2 (Anfänger) bis +10. Zur Zeit gibt es auf der Welt nur eine Handvoll Spieler mit einem Handicap von +10. Fast 90% aller Spieler bewegen sich im Handicapbereich von 0 bis +2. Das Handicap der Spieler eines Teams wird zusammengezählt und ergibt das Gesamthandicap. In einem Spiel erhält die Mannschaft mit dem niedrigeren Gesamthandicap eine Torvorgabe. Die Teams werden je nach Handicap in vier Klassen eingeteilt. In der Bundesrepublik sind diese Klassen derzeit  nach folgender Faustregel aufgeteilt: Low- Goal-Team ein Gesamthandicap zwischen bis +4 auf. Das Handicap eines Inter-Medium-Goal-Teams liegt zwischen +2 und +6, das eines Medium-Goal-Teams zwischen +6 und +8 und das eines High-Goal-Teams zwischen +8 und +14.

Die Spielzeit
Ein Spiel besteht aus mindestens vier bis sechs (außerhalb der Hurlingham Regeln bis acht) Spielabschnitten, die Chukker genannt werden. In der Bundesrepublik werden meist vier Chukker gespielt. Ein Chukker ist 7 Minuten lang mit einer möglichen Verlängerung von 30 Sekunden in den ersten drei Chukkern.. Dies ist die reine Spielzeit. Bei Unterbrechungen des Spiels wird die Uhr angehalten. Die Pausen zwischen den Chukkern betragen ca. drei Minuten, nach dem zweiten Chukker etwa fünf Minuten. Seitenwechsel erfolgt nicht nur nach jedem Chukker, sondern nach jedem Torerfolg.

Die Schiedsrichter
Das Spiel wird von zwei berittenen Schiedsrichtern (Umpires) auf dem Feld geleitet. Der Oberschiedsrichter (Referee) am Spielfeldrand entscheidet, wenn die beiden Feldschiedsrichter unterschiedlicher Meinung sind.

Die Pferde
Es können grundsätzlich Pferde jeder Herkunft und Größe eingesetzt werden.
Zum Schutz der Pferde müssen diese an allen Beinen Bandagen tragen. Die Schweife sollen eingebunden sein. Ein Pferd darf pro Tag in nicht mehr als drei, pro Spiel in nicht mehr als 2  Chukkern eingesetzt werden. Diese dürfen nicht direkt aufeinander folgen.



Die Spielregeln

Die Polospielregeln sind in erster Linie auf den Schutz und die Sicherheit der Pferde ausgerichtet. Grundlage des Spiels bildet das sog. "Wegerecht" (right of way). Das Wegerecht hat der Spieler, der den Ball auf seiner rechten Seite hat und diesem im geringsten Winkel folgt, bzw. dem Ball direkt entgegen reitet, soweit ihm kein „Pärchen“ entgegen kommt. Zweiter in der Rangordnung ist der Spieler – meist ein Verteidiger – der den Ball auf seiner sog. Nearside – also links – hat. Die Spieler, die nach dem ersten Spieler an die Linie des Balles kommen, müssen entweder mit deutlichem Abstand vorher anhalten oder sich – wie im Verkehr – "einfädeln". Keinesfalls dürfen sie die Linie des Balles kreuzen bzw. den „Inhaber“ des Wegerechts außer durch Abreiten oder Hooken (s.u.) behindern.

Die Unterbrechungen
Fällt ein Reiter vom Pferd, läuft das Spiel weiter, sofern sich der Reiter nicht verletzt hat. Stürzt dagegen ein Pferd, gerät ein Zaumzeug in Unordnung oder löst sich eine Bandage, wird das Spiel sofort unterbrochen.

Das Abreiten
Zwei Spieler reiten auf gleicher Höhe nebeneinander und versuchen sich durch Körper und Pferdeeinsatz von der Balllinie abzudrängen, um dann eventuell selber in Ballbesitz zu gelangen oder einfach nur den Gegner zu behindern.

Das Sandwich
Zwei Spieler klemmen einen gegnerischen Spieler in der Mitte ein und reiten ihn ab. Dies geschieht schon mal im Eifer des Gefechts, ist trotzdem ein Foul.

Das Hooken
Der gegnerische Spieler darf mit dem Stick am Schlag gehindert werden. Dies ist jedoch nur erlaubt, wenn der im Ballbesitz befindliche Spieler zum Schlag ausholt, sich der hookende Spieler auf der Seite des Balls bzw. direkt hinter dem schlagenden Spieler befindet. Hooken unter dem Pferdehals hindurch oder über Schulterhöhe ist nicht gestattet.